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Delay-Line

Eine Delay-Line bezeichnet in der professionellen Audiotechnik eine Reihe von Stützlautsprechern, die, vom Publikum betrachtet, räumlich vor die Hauptlautsprecher platziert werden und deren Einsatzzeit um die Zeit verzögert werden, die der Schalllaufzeit von den Hauptlautsprechern zu den Stützlautsprechern entspricht. Oft wird sogar noch ein wenig stärker verzögert, um dem “Gesetz der ersten Wellenfront” Rechnung zu tragen.

Dieses beschreibt den Effekt, dass die Richtung des ersten eingefallenen Schalles zweier Signale, die sich stark ähneln (wie bei einem Echo) alleine für die Richtungswahrnehmung des Schallereignisses verantwortlich ist. Dabei dürfen Direktschall und Echo jedoch einen gewissen Zeitunterschied (10 – 20 ms, je nach Signal) nicht überschreiten, sonst werden zwei verschiedene Schallereignisse wahrgenommen. Somit kann beim Zuhörer der Eindruck erweckt werden, dass er den abgestrahlten Schall von den vorderen Hauptlautsprechern hört, jedoch vom Direktschall der Stützlautsprecher beschallt wird. Da dieser weniger Hallanteile enthält, kann durch ein Lautsprecher-Setup mit Delay-Lines die Sprachverständlichkeit erheblich gesteigert werden und gleichzeitig der Maximalpegel der vorderen Hauptlautsprecher gesenkt werden.

Eine gleichmäßigere Beschallung des Publikums wird damit erreicht. Weiterhin ist jedoch zu beachten, dass der beim Zuhörer ankommende Schalldruckpegel der Stützlautsprecher nicht wesentlich höher ist, als der Schallpegel der Hauptlautsprecher, da sonst die Richtungsortung aufgrund von Pegelverhältnissen Überhand nimmt.

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